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.A Game of Two Halves... - Guy

A Game of Two Halves... - Guy

Samstagabend war eine typische Berlin Nacht. Ein kleiner dunkler Club komplett mit günstigen Getränken und einem Musikstil, den ich nicht so gut kenne. Diesmal war ich in Raw Tempel in Friedrichshain zur Reggae-Nacht. Es hat mir echt gut gefallen – die Live-musik war toll und im Club war eine ganz lockere Stimmung.

Sonntag war jedoch keinen typischen Berlin Tag. An diesem Sonntag fand „der Karneval der Kulturen“ in Berlin statt. Laut Veranstalter entwickelte sich „der "Karneval der Kulturen" vor dem Hintergrund der wachsenden Internationalität Berlins und als Konsequenz der verstärkten Zuwanderung von Menschen aus allen Weltregionen“. Als ich also an diesem wunderschönen Sonntag aufgestanden bin, freute ich mich darauf, diese Feier des berliner Multikulturalismus’ zu besuchen.

Ich hatte die SMS von einer Freundin falsch gelesen, und hatte deshalb den falschen Treffpunkt im Kopf. Irgendwann haben wir uns endlich in Hermannplatz getroffen, was aber überhaupt nicht einfach war - als ich dort ankam, war’s schon sehr voll!!! Die U-Bahnen auf dem Hinweg waren bis auf den letzten Platz besetzt und wegen der großen Menschenmengen konnte man nicht einfach durch die Straßen gehen. Trotzdem haben wir’s geschafft. Wir sind ein bisschen herumgelaufen und haben die Parade angeschaut. Ich fand’ es gar nicht so imponierend – viele zwecklose Wagen und viel zu viele Leute. Irgendwie eine große Enttäuschung.

Also sind wir nach einer Stunde weggegangen, enttäuscht und verwirrt ob des Zwecks des Karnevals. Ich hab’ keinen echten Multikulturalismus gesehen – nur ein paar komische Wagen voll von Schülern. Wir gingen deshalb in die Simon-Dach Straße in Friedrichshain um ein Bier zu trinken. Danach habe ich zum ersten Mal die East Side Gallery gesehen. Bei der Gallery hat ein Freund mich angerufen, und sagte, dass er beim Karneval war. Ich wollte eigentlich nicht wieder hin – aber da ich keine anderen Pläne hatte, entschied ich mich, dem Karneval noch eine Chance zu geben.

Zwei Stunden später, ein völlig anderes Bild. Zuerst habe ich den brasilianischen Samba-Wagen gesehen und danach viele Tänzer aus Thailand, Ghana und Indien. Zum ersten Mal habe ich diese „wachsende Internationalität Berlins“ erkannt. Mit fantastischen Kostümen und einer wirklichen Partystimmung hat es wie ein echter Karneval angefühlt. Diesmal waren wir an der Gneisenaustraße statt am Hermannplatz und es war gar nicht so voll gepackt. Da gab’s viele kleinen Cocktail-Kiosks und Wurstbuden – und ich hab’ mir einen sehr leckeren Cocktail gekauft – und zwar eine „Melonenbowle“ mit viel frischer Wassermelone darin.

Später, und nach noch ein paar Cocktails haben wir irgendwie selbst an der Parade teilgenommen, indem wir den Club-Wagen und den anderen Partygängern die Straßen entlang gefolgt sind. In der Parade gab’s Wagen von unterschiedlichen Berliner Clubs, die Musik spielten. Da gab’s Reggae, Jungle, Elektro und Techno, und zum ersten Mal war ich mit Sonnenbrille auf einer Tanzfläche! Die Parade ging bis 9 Uhr abends und wir haben bis zum Ende mit Cocktails in unseren Händen in der Sonne getanzt. Mein Höhepunkt des Abends: gemeinsam mit hunderten von Menschen hinter dem Yaam-Wagen zum „Redemption Song“ von Bob Marley singen und tanzen.

Für mich war der Berliner „Karneval der Kulturen“ schließlich ein riesiger Erfolg. Obwohl der Karneval zuerst mich enttäuscht hat, später erlebte ich eine echte Partystimmung auf den Kreuzberger Straßen - meine persönliche kleine „Loveparade“. Es war auf jeden Fall „a game of two halves“.

Später war ich bei einer Party auf dem Dach einer riesigen Wohnung in Mitte. Als ich auf dem Dach lag und über den Tag nachdachte, als neuer Fan des Straßenkarnevals, habe ich überlegt, nächstes Jahr den großen „Notting Hill Carnival“ in London zu besuchen…

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Eingetragen von GBurkitt am 26.05.2008 | 13:05 Uhr.

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